Sonntagscafé: Gedanken zur japanischen Architektur
Über Japan sagt man, dass dort Tradition und zeitgenössische Kultur nicht als Gegensatz gedacht sind. Von außen betrachtet entsteht zunächst ein ganz anderer Eindruck. Für europäische Augen scheint es, als seien die Städte Japans ohne erkennbare Regel oder Planung entstanden. Sie wirken zunächst überwältigend und sind doch lebenswert. Wie lässt sich das Gesamtkunstwerk Stadt als Abbild der japanischen Gesellschaft ergründen und was können wir für unsere Zukunft daraus lernen? Das Thema der städtebaulichen Dichte scheint in Japan mit größerer Gelassenheit gesehen zu werden. Uns störende Gegensätze im Stadtbild werden anscheinend kaum als solche wahrgenommen. Und Dinge, welche einen Makel aufweisen, scheinen dadurch erst einen Wert zu bekommen. Bei genauerem Hinsehen lassen sich über alle Epochen Gemeinsamkeiten im Raumverständnis, im Verhältnis zu den Dingen und der daraus entwickelten Architektur entdecken. Die traditionelle Architektur Japans beinflusste bereits Anfang des 20. Jahrhunderts die europäische Entwicklung der Moderne in der Architektur. Lohnt sich der erneute Blick in die japanische Architekturszene? Wie werden dort die Herausforderungen des Bauens in der Zukunft gesehen?
Referent: Prof. Boris Milla ist Architekt aus Karlsruhe und Professor für Baukonstruktion an der RPTU in Kaiserslautern. An seinem Lehrstuhl wird vor allem an Lösungen für das nachhaltige Bauen der Zukunft geforscht.
Einlass 10:30 Uhr
